Das Glücksprojekt

 Ein Projekt von Puentes Mestizos, und einer anonymen Künstlerin.

 Joannas Wunsch

 

Auf der Leinwand legt der Künstler seine Seele frei, oder verkleidet sie…”

"Aber, was ist mit den Anderen? Was ist mit den Tausenden, Millionen Menschen, die „nur“ Menschen sind? Die trotz Kindern und Bäumen im Schatten leben und sterben? Die sich nicht mal in der Kunst erkennen, weil diese eine fremde Sprache ist? Und „nur“ eine Sprache ist und nicht Leben…”

Wir rufen alle und jeden auf,das Wort zu ergreifen, “Hier!” zu sagen. Eine Leinwand in Weiß ist der Träger, und dieses Mal nicht für den Ausdruck eines Künstlers, sondern für den Ausdruck von Allen und Jedem. Wer Mensch ist, soll einen Schritt nach vorn machen. Wer Schuld hat, soll das erste Wort werfen. Uns interessiert der oder die Andere.”

 

 

 

Lius Wunsch

Wir richten deswegen einen Arbeitskreis für die Realisierung des Projekts ein. Alle, die daran interessiert sind mitzuwirken können sich mit uns unter blog(arroba)puentesmestizos.com in Verbindung setzten.

 

Projektstatus:

Wir wollen weitere “Unbekannte” erreichen, und ihre Gedanken auf die Leinwände von unserer Künstlerin bringen.

Wir brauchen dafür notwendige finanzielle Mitteln (oder die Materialien) für die Bilder (Leinwände, Farben) und Ideen, um weitere Unbekannte zu erreichen.

 

Projekt Beschreibung:

Anonym:

Auf der Leinwand legt der Künstler seine Seele frei, oder verkleidet sie. Er hat die Möglichkeit der Welt zu zeigen wer er ist, es hinauszubrüllen, es hinauszuweinen oder, in selteneren Fällen, es abzulachen.

Wenn er es verheimlicht, zeigt er sich dadurch trotzdem. Was er sagt, wenn es authentisch ist, erreicht den anderen, weil dieser sich erkennt wie in einem Spiegel. Manchmal redet der Künstler über diesen Anderen, über seine Mühen, seine Hoffnungen, seine Leiden. Wenn er es macht, spricht er auch über sich selbst, und er spricht sich selbst aus. Das Werk ist für den Künstler: Baum, Haus, Kind, d.i. sein Testament, seine Rechfertigung, seine Ewigkeit.

Aber, was ist mit den Anderen? Was ist mit den Tausenden, Millionen Menschen, die „nur“ Menschen sind? Die trotz Kindern und Bäumen im Schatten leben und sterben? Die sich nicht mal in der Kunst erkennen, weil diese eine fremde Sprache ist? Und „nur“ eine Sprache ist und nicht Leben… Die nicht mal wissen, dass sie leiden, dass sie kämpfen, dass sie verlieren, dass sie es wert sind, dass sie sind. Die weg sind, und niemand erinnert sich an sie; deren Sachen in die Mühltonne und deren Fotos auf den Flohmarkt geraten? Die sich nur durch den Schrei oder die Faust ausdrücken konnten oder nicht einmal dies.

 

Ladans Wunsch

Die ohne Abschied weggegangen sind, weil es so wie so keiner gemerkt hätte. Wo sind die kindlichen Liebkosungen der Mutter geblieben? Wo die Träume der Jugend? Wo dieser Nachmittag, dieser Kuss, dieses Mal als… wo ist seine Schrift, seine Stimme, er? Wo?

Vor dem Tod sind wir alle gleich (sagte ein Betrunkener in der U-Bahn, während die Nüchternen ihre Sudokos ausfüllten). Dort gibt es weder Künstler, noch Doktoren, noch Arbeitslose, noch Väter, noch Kinder… Wir sind Menschen, und zwar seelisch Arme, wenn es in unserem Leben keine drei Minuten gab, in denen wir zum anderen Menschen geschaut haben, ihn wirklich gesehen haben. Minuten, in denen wir beiseite gegangen sind, um ihm, diesem Unbekannten, den Vortritt oder das Wort zu lassen. In denen wir, auf Kosten unseres eigenes Namens, ihn nach seinem Name angerufen haben. Drei Minuten Hingabe, Liebe. Das ist alles was man geben kann. Was aus uns Menschen macht.

Eine Leinwand ist ein exklusiver Gegenstand der Kunst. Ein Gegenstand, der sakralisiert, der legitimiert, der verewigt was er trägt.
Eine weiße Leinwand in den Händen eines Menschen.
Eine Frage. Die Antwort, ist dieser Mensch.
Seine Schrift, seine Stimme, seine Kultur, sein Wunsch, sein Angst.
Ein Mensch wird angerufen,
ihm wird zugehört,
er ist geschätzt,
und geliebt.

 


Wir rufen alle und jeden das Wort zu ergreifen, Hier! zu sagen. Eine Leinwand in Weiß ist der Träger, und dieses Mal nicht für den Ausdruck eines Künstlers, sondern für den Ausdruck von allen und jedem. Wer Mensch ist, soll ein Schritt nach vorn machen. Wer Schuld hat, soll das erste Wort werfen.
Uns interessiert der Andere.

Uns interessiert er ohne eigenen Nutzen.
Wir fragen nach der Seele. Wir fragen, um zu wissen wer er ist und was er braucht. Wir fragen um zu geben. Die Antwort wird in unseren Händen wie ein Schatz getragen. Wir geben sie von Hand zu Hand wie ein Licht weiter.
Wir rufen auf – sich zu öffnen, sich zu zeigen, sich hinzugeben, etwas zu bekommen (was andere geben), zu kommunizieren, sich zu verbinden. Zu hören und erhört zu werden, verstehen und verstanden zu werden. Als wer zu zählen, kein Anonymus mehr zu sein.